Glossar

Fütterungsprobleme beim Heimtier

Verdauungsprobleme sehen wir bei Kaninchen und Meerschweinchen leider sehr häufig. Bei plötzlich auftretenden Problemen ist manchmal wirklich keine offensichtliche Ursache auszumachen. Leider ist  aber sehr oft  eine fehlerhafte Fütterung  der Grund für wiederkehrende Durchfälle oder lebensbedrohliche Blähungen. Der Zoohandel bietet eine breite Palette an unterschiedlichen Futtermitteln, die leider oft nicht den tatsächlichen Ansprüchen der Tiere gerecht werden. Orientiert man sich bei der Fütterung an dem, was die Natur den wildlebenden Verwandten bietet, merkt man sehr schnell, das Joghurtdrops nicht wirklich zu einer artgerechten Versorgung beitragen können. Auch die diversen Trockefuttermischungen haben sehr oft nichts mit einer artgerechten, ausgewogenen Ernährung zu tun. Meist enthalten sie einen Überschuß an leicht verdaulichen, energiereichen Kohlehydraten in Form von Getreide und Bäckereinebenprodukten. Auch wenn unsere Heimtiere schon sehr lange in menschlicher Obhut leben, ist die Verdauung immer noch die energiearme Kost der Wildtiere angepasst. Gräser, Blätter, Wurzeln und Rindenteile stellen den Hauptanteil der Nahrung dar. Getreide in Form von reifen Grassamen stehen nur für kurze Zeit im Jahr zur Verfügung.

 Die linke Abbildung zeigt ein gut strukturiertes, rohfaserreches Futter, auf der rechten Seite ist ein nicht empfehlenswertes Futter zu sehen

Der Darm von Meerschweinchen und Kaninchen misst zwischen 2 und 3 Metern, daneben besitzen sie einen sehr großen Blinddarm, der als Gärkammer den wichtigsten Ort der Verdauung darstellt. Hier werden rohfaserreiche Futtersorten in langsamen Gärprozessen aufgeschlossen und in für das Tier verwertbare Fettsäuren und Vitamine umgewandelt. Diese werden mit dem sog Blinddarmkot ausgeschieden, der von den Tieren sofort wieder verzehrt wird. Übermäßig viele der leichtverdaulichen Kohlenhydrate führen durch eine zu schnelle Vergärung zu vermehrter Gasbildung im Darm. Die Folge sind wiederkehrende Verdauungsstörungen in Form von Durchfällen sowie schmerzhafte Blähungen, die auch tödlich enden können. Da auch das Stoffwechselsystem der Leber nicht auf ein solch energiereiches Futter ausgerichtet ist, stellen sich auch an diesem Organ im Laufe der Zeit Schäden ein.

Ein weit verbreiteter Fehler ist auch das Anbieten eines Nagesteins aus Kalk oder sog. Salzlecklecksteine. Die Tiere nehmen hiermit viel zu viele Mineralien auf, die dann über die Niere ausgeschieden werden.  Hier und in der Blase bilden sich dann gerne Harngrieß oder Steine, die oft nur operativ zu entfernen sind.

 Die jeweils richtige Fütterung muß auf das einzelne Tier und seinen tatsächlichen Bedarf abgestimmt werden. So benötigen z.B. Tiere in Außenhaltung  im Winter eine andere Fütterung als das Kaninchen im gut geheizten Wohnzimmer. 

Gerne beraten wir Sie bei einem Besuch in der Praxis über die für ihre Tiere am besten geeignete Fütterung.